Geusen – Fartenberichte

Kataramanen Winterfahrt vom  4.-6.2.22

Ein kleines Abenteuer im Schnee

Nun ist es schon die vierte Winterfahrt dieser Art, die Einige Mitglieder der kleinen Geusengruppe  Kataramane  dazu veranlasste Mitten im tiefsten Winter  – gut ausgerüstet mit Schneeschuhen und warmen Winterklamotten – in ein möglichst schneereiches Gebiet zu fahren, um dort eine Wanderfahrt zu veranstalten. Man muss schon wirklich verrückt sein, um eine solche Fahrt, lediglich in einem Jahr von der Covid -19 Pandemie unterbrochen,  jährlich zu unternehmen und sich jedes Mal zu fragen, warum man sich das eigentlich antut, angesichts der Kälte, dem scharfen Wind und der Nässe. Als außenstehende Person könnte es einem leicht so vorkommen, aber wenn man einmal dabei gewesen ist und diese Situation erlebt hat, weiß man, dass es immer ein absolutes Highlight des Gruppenlebens ist und man es unter keinen Umständen missen will!

So machten sich also Schmiro, Lujan und Navayos auf, dem Schnee und der Kälte zu trotzen – Moment! Fehlt da nicht Einer?!
Ja, denn fion konnte dieses Jahr leider nicht dabei sein, da er wegen des Abiturs und der immer näher rückender Kommunikationsprüfung in Englisch, seine wenige Zeit ganz der Schule und dem Lernen zur Verfügung stellen musste, worüber wir anderen natürlich sehr betrübt waren, aber seine Entscheidung absolut nachvollziehen konnten.
Also zwar ohne fion, aber dennoch munter und voller Vorfreude starteten Lujan, Navayos und Schmiro  gegen 16 Uhr von Seckenheim aus, in  Richtung Antares- Haus, wo sie die erste Nacht zu verbringen gedachten – dort angekommen wird schnell alles Material ausgeladen, woraufhin Schmiro und Lujan nach Busenbach fahren, um ruffy vom Bahnhof abzuholen, der den weiten Weg von Ludwigsburg auf sich genommen hat und dessen Zug dank der DB AG nur 20 min Verspätung hatte; man kennt’s 😉
Unterdessen besichtigt  Navayos kurz alle Zimmer und schafft etwas Essen in die Küche, um die Nahrungsaufnahme  vorzubereiten.
Gegen 18:30 Uhr sind wir dann endlich versammelt, schauen kurz die Räume an und entscheiden, in welchem wir schlafen wollen. Anschließend wird gekocht, natürlich mit guten Bio- und unverpackt-Lebensmitteln, die dem löblichen Versuch entstammen, möglichst nachhaltig für eine Fahrt einzukaufen.
Schmiro erzählt unterdessen lebhaft über seinen Zahnverlust durch einen Fahrradunfall, aufgrund von Teetassenmitnahme, weswegen er nun direkt vom Zahnarzt käme, wobei ruffy anmerkt, dass er Mundinnenräume nicht besonders ansprechend fände, geschweige denn sich an ihnen erfreuen könnte. Dies wurde sogleich affirmierend von den Übrigen bestätigt, wodurch ein Themenwechsel mit sanften Mitteln herbeigeführt werden konnte. Schmiro studiert anschließend die, von Lujan erworbenen mitgebrachten historischen Dokumenten zur Geschichte der Trollburg und des Kalkofens, die der Selbige zur Ergänzung der PbN- Webseite  als Quellen verwenden wollte.
Das Essen wird aufgetischt; es gibt Nudeln mit Gemüse-/Hafersahnensoße. Hmmm….=)
Auch ruffy ist nun heiter und erzählt munter vom „taktischen Zwischenkotzer“  auf nächtlichen Unternehmungen, dem „Einen“ Schwaben bei der Arbeit oder, dass ihm das Verspeisen von Möhren nicht gut bekommen sei.
Zum Aufräumen und Spülen wurde dann noch eine Bluesdarbietung gegeben, wundervoll intoniert von ruffy, der darüber sang, wie er einen Joghurt „geknuschpert“ hat.
Anschließend folgte eine Singerunde; immer wieder von Unterhaltungen unterbrochen, aus denen Zitate hervorgehen, wie z.B:
„Keine Ahnung du, SPD is für’n Arsch“ -ruffy oder die Erkenntnis, dass man Texte, die von Schmiro stammen, nicht etwa an einem gewissen Stil erkenne, sondern an den Rechtschreibfehlern.
So verbrachten wir lachend den Abend in froher Runde und genoßen es endlich mal wieder zusammen auf Winterfahrt sein zu können. Gegen 1 Uhr in der Nacht entscheiden wir dann, dass es wohl klug sei nun ins Bett zu gehen, angesichts des näher rückenden Morgens,  zwischen den man noch ein wenig Schlaf bringen wollte.

Um 7:20 Uhr erheben wir uns am nächsten Morgen aus ausreichend langem Schlaf, bald darauf stürmt Navayos zum Klo, um sich der gestrig konsumierten Nudeln zu entledigen – Fachliche Diagnose: Darmsprengerhochkantquerschiss.
Anschließend wird gefrühstückt, wobei der eben genannte unter Beweis stellt, dass seine 15 Punkte in Geographie keinesfalls ungerechtfertigt waren, denn er verortet Euphrat und Tigris in Osteuropa, statt im Irak – Looooooosst!
ruffy bekundet, dass er sich theoretisch als Klavierstimmer selbstständig machen könnte, ohne jedoch die Fertigkeiten eines solchen Handwerks zu besitzen.
Wir räumen auf, packen und putzen die von uns genutzten Räume im Antares- Haus und bedanken uns natürlich recht herzlich für das uns zur Verfügung gestellte Obdach, was wir im Gästebuch vermerkten.
Kurz nach 10 Uhr brechen wir dann in Richtung Schwarzwald auf, auf der Fahrt erfahren wir von ruffy wieder einmal sehr spannende Dinge, nämlich, dass er in der Nähe von „Hinterklöten“  wohne.
Wettertechnisch/Schneetechnich sieht es allerdings „schlecht“ aus, die Sonne scheint und auch in höheren Lagen gibt es kaum Schnee, es wirkt als wäre Frühling –  Klimawandel sei Dank.
In Dobel angekommen, wo wir ursprünglich starten wollten, beraten nun Schmiro und Lujan, wohin wir weiterfahren könnten; wir vernehmen unter dessen aus dem Radio, dass Sonja aus dem Allgäu einen Bluetoothlautsprecher gewonnen hat, den sie benötigt, um beim Aufräumen auf dem Dachboden Musik hören zu können; hast du gut gemacht Sonja, wir sind stolz auf dich!
Die Entscheidung ist gefallen Richtung Mumelsee weiter zu fahren , der ca. 1000 m ü.n.N liegt. Letztendlich landen wir in der Nähe von Besenfeld, also Mitten im Nirgendwo (auf knapp 900m).
Nun ziehen wir uns um und bereiten das Material vor; ruffy macht hierfür den „halbnackten Mann im Schnee“ – auch einiges an Equipment muss gefixt werden z.B ruffys Rucksack, an dem zur Befestigung des Hüftgurts ein Stalpin fehlt. Gegen 12 Uhr laufen wir dann endlich los, zuerst durch unwegsames Gelände, wobei die Schneeschuhe sehr nützlich sind, bald können wir diese jedoch ausziehen, da kaum noch ausreichend Schnee liegt, damit sie wirklich notwendig wären und wir uns nun auch auf breiteren Wanderwegen befinden; anfangs muss auch immer wieder angehalten werden, da irgendetwas rutscht bzw. noch nicht sitzt, wie es soll oder Navayos seine  Stöcke nicht feststellen kann etc.
Um 14:40 Uhr legen wir eine Pause ein, entledigen uns gewisser Körperflüssigkeiten, versuchen uns zu orientieren; da wir keine Karte dabei haben müssen modernere Mittel angewandt werden – ruffy resümiert bzgl. Schmiros Technikfähigkeiten „Er  fasst das Handy an als sei er Italiener“.  Auch essen wir ein wenig vom ausreichend mitgeführten Mahlzahnbrot (der Bäcker unseres Vertrauens), zusammen mit veganem Kräuteraufstrich – ein wahres Fest für den Gaumen. Navayos schneidet sich in den noch unverletzten Daumen und hat nun zwei nicht funktionsfähige Daumen („You had one job“), Schmiro legt daraufhin nahe, dass eventuell eine Amputation nötig wäre, woraufhin der Betroffene dankend ablehnt. Nach einiger Zeit des Weiterwanderns entschließen wir uns um ca. 16 Uhr zur Suche eines geeigneten Lagerplatzes, wofür wir uns aufteilen; ruffy und Navayos haben schnell etwas passendes gefunden und kehren zurück zum vereinbarten Treffpunkt.
Dort warten sie mindestens 20 Minuten, bis Schmiro auftaucht und irgendwann später auch Lujan, der die obligatorische Tiefschneewanderung  gemacht hat, aber trotzdem nichts fand. Der Lageraufbau beginnt: nachdem  genug Fläche vom Schnee befreit worden war und die Kothe geknüpft war sowie Kothenstangen  beschafft worden waren, folgte nun das Aufbauen der Selbigen. Außerdem wurde Feuerholz gesucht, wobei sich das Holzsammeln, wie immer, schwierig gestaltete, da man die auf dem Boden liegenden Äste und Stämme nicht einfach aus der Schneedecke herausziehen konnte, sondern sie teilweise freisägen/hacken musste.
Anschließend wurde das Holz klein gemacht und die Kothe abgedeckt, da es in der Nacht regnen und stürmen sollte – wir arbeiteten solange bis es dunkel wurde. Nun galt es noch das Feuer in der Kothe zu entzünden – da wir durch die viele Arbeit schon durchaus hungrig und erschöpft waren und deshalb auch wärmebedürftig – jedoch ging dies, wegen dem außen sehr nassen Holz nicht leicht von der Hand und das Feuer schien lange nicht bereit auf Verhandlungen und Bitten unsererseits einzugehen und etwas Wärme sowie weniger Rauch zu spenden – wir tauften es deshalb Wladimir (Putin). Im Zuge der Feuerproblematik gab es auch kleinere verbale Auseinandersetzungen untereinander, die wohl dem Hunger und der Anstrengung geschuldet waren; jedenfalls gelang es dann doch irgendwann ein ausreichend großes Feuer zu erzeugen, damit wir kochen konnten, es gab Zwiebeln, Reis mit Linsen und Erdnussbutter (ruffys Leibspeise).  Während sich die Lebensmittel im Tippen langsam in Richtung  „gar und genießbar“ bewegen – diesmal war der Reis gut, nicht so wie auf dem Thing – kochen wir Tee und singen. Hierbei ist festzuhalten, dass laut Lujan Tannennadeln im Tee wie Thymian in Tomatensoße seien oder man den Befund auch folgendermaßen beschreiben könnte:
„Das ist ungefähr so, als wärst du in der Sauna und der macht den ‚Latschenkiefer-Aufguss‘“ (ruffy).
Als Erklärung sei vielleicht kurz erwähnt, dass wir kein eigenes Wasser mitführten, sondern zum Kochen und Trinken Schnee schmolzen, der natürlich Spuren von Naturmaterialien aufweisen konnte. Bald gab es dann Essen, laut Schmiro war es sogar „erstaunlich genießbar“. Der restliche Abend verklang  wunderschön und sanft mit einer Singerunde, ebenso wie am Vortag durch Gespräche unterbrochen, aus denen zum Beispiel hervor ging, dass ruffy nur so weiß sei, da er  so viel Milch als Kind getrunken habe.
Am nächsten Morgen stehen wir erst gegen 11 Uhr auf, da jeder froh war, noch eine Weile die Wärme des Schlafsacks zu spüren und nicht in die kalten Klamotten und nach draußen zu müssen. Irgendwann raffen wir uns dann aber doch auf und schälen uns aus unseren Cocoons, dabei erzählen wir über unsere Träume, die Schlafsituation sowie den nächtlichen Harn- und Darmdrang.
Glücklich bemerken wir auch, dass der angekündigte Regen und Sturm doch nicht eingetreten war, vielmehr in schwächerer Form als befürchtet, denn statt zu regnen schneit es nun tatsächlich, auch stürmt es nicht, sondern windet nur etwas stärker. Wir frühstücken, wofür das Feuer wieder entzündet und neues Teewasser gekocht werden musste – hierfür ist eine besondere Abspannkonstruktion notwendig, damit der Tippen (mit Tippenkette an Kreuz befestigt) über dem Feuer gehalten werden kann; die Konstruktion funktioniert und wir erfreuen uns der deutsch-südafrikanischen  Qualitätsarbeit. Auch das Essen vom Vortag wurde aufgewärmt und verspeist. Bald jedoch ereignet sich Schmiros zweiter Teeunfall auf dieser Fahrt, da er daran scheiterte den Tippen von der heißen Kette zu lösen, woraufhin sich dessen Inhalt über ihn und seine Isomatte ergoss; glücklicherweise hat er keine ernsthaften Verletzungen davon getragen.
Nach dem Frühstück packen wir unser Hab und Gut zusammen, was ein äußerst unangenehmes  Unterfangen wurde, da alles entweder vom Schnee nass und feucht war oder durch Asche und Erde stark verdreckt wurde – alles, was man berührte schien leicht „siffig“ zu sein, auch wir waren gut durchgeräuchert und nicht mehr taufrisch. Aber auch das ist eine Erfahrung, die zu einer solchen Winterfahrt gehört und ihren Charakter ausmacht – umso größer und heiß ersehnter ist nämlich die Freude auf den warmen Bus, die trockenen Klamotten und die entspannte Heimfahrt.
Doch noch ist es nicht soweit. Schließlich ist alles verpackt und wir treten den Rückweg an; zuerst laufen wir dicht an der Straße, dann wieder den breiten Wanderweg – es fällt immer mehr Schnee und bald sehen wir aus, wie vier bewegliche Schneemänner, die sich durch den starken Wind und das Schneegestöber zurückkämpfen. Glücklicherweise können wir einfach unseren Fußspuren vom Vortag folgen, die noch gut zu erkennen sind, weshalb die Orientierung nicht besonders schwer fällt, auch wenn man kein Apatsche ist – wie ruffy sagen würde.
Endlich erreichen wir das Auto, mittlerweile schon ziemlich frierend und nass, da der ständige Neuschnee irgendwann auch unsere Schneeklamotten durchnässt hat. Nun gilt es nur, schnellstmöglich ins Warme zu kommen, deshalb wird alles Nasse hinten auf die Ladefläche geschmissen und wir springen ins Auto, um uns, sofern vorhanden, trockene Klamotten anzuziehen.
Die Heimfahrt verläuft gut, wir sind alle sehr erschöpft, aber glücklich und zufrieden über solch eine schöne Winterfahrt, die uns sehr gefehlt hat – genauso wie du fion!
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, dann hoffentlich wieder vollzählig  🙂             

(Navayos)

Das Fest der Feste – Winterthing auf der Trollburg

Als meine liebe Nachbarin Lotte mich bei einem nachmittaglichen Gespräch fragte, was das denn für ein „Pfadfinderfest“ sei, auf das wir jetzt fahren würden, musste ich ein wenig schmunzeln. In meinen Augen sind Feste immer dekadente Angelegenheiten; es ist warm, man tanzt – oder auch nicht – und das Wichtigste: man kotzt vor zu viel Essen. Feste sind meistens Fressorgien, was sich, gepaart mit Alkohol, auf die wenigsten Mägen beruhigend auswirkt…

Wenn ich nun genauer darüber nachdenke und die zuletzt genannten Umstände mit einbeziehe, kann man das diesjährige Thing doch als „Fest“ bezeichnen…

Aber der Reihe nach:

Alles beginnt ganz normal, wie immer. Die zwei Geusengruppen fahren zusammen mit Bahn und Bus von Heidelberg nach Nußloch Markgrafenstraße und laufen von dort aus zur Trollburg. Da sich im Dezember die Sonne meist schon gegen 16 Uhr in den Feierabend verabschiedet, und Kollege Mond auch nur teilzeit arbeitet, ist der Weg, der eigentlich kaum zu verfehlen ist, nur spärlich beleuchtet. Die Konsequenz: „Achtung, da vorne, Fahrrad“ – alle rennen auf eine Seite des Weges, um nicht als Straßenbelag zu enden, und bereiten sich vor; denn die Gruppe macht sich einen Spaß aus dem Stress des Ausweichens… „Und alle: Ooooohhhh-heeeyyy“ (Jubel und Gelächter). Der erste Fahrradfahrer schaut verdutzt, die zweite erschrocken, der dritte ist schockiert und verärgert. Nach vier Laola-Wellen erreichen wir die Trollburg. Wir öffnen – nach einigen Besserwisser*innenhinweisen – die Tür. Dunkelheit, ein lautes Klick. Ich spüre etwas am Fuß… Die Kerze verrät, Mausefallen, überall und natürlich der obligatorische Kadaver.

Nachdem wir noch circa drei Fallen ausgelöst, die Mausreste entfernt, Feuer gemacht, gekocht und gegessen haben, beginnt die Großfahrt-Diskussion…

Wie immer, wenn zwei Gruppen aufeinandertreffen, die sich kaum kennen, aber zusammen auf Großfahrt gehen werden, ist eine Einigung schwierig. Die Vorschläge erstrecken sich von Südfrankreich bis zu Schweden, von Wandern bis Kanufahren. Außer der pädagogisch-wertvollen Erziehungsmaßnahme, ein Redeholz für Dante und Pippin einzuführen, was dazu führt, dass man dem Gespräch wenigstens wieder folgen kann, fassen wir keinen Entschluss, der zu etwas zu gebrauchen wäre.

ruffy kommt spät aus Hannover an. Noch ein bisschen singen, der Tag endet und mein Magen beginnt sein Gefecht mit den Sojaschnetzeln, die mir nicht gut bekamen.

Am Morgen des nächsten Tages, es ist 8.30 Uhr, ist mir schlecht und dank Antons Geschnarche neben mir, habe ich die ganze Nacht kein Auge zu machen können. Was für ein Start. Da hilft nur noch Schwarztee, pur.

Aber die erste Beschwerde kommt sofort: „Habt ihr denn keine Milch eingekauft?“ – sei einfach still ruffy, sei einfach still!

Wir gehen raus. Pippin, ruffy und Dante machen – mir völlig unverständlich – „Frühsport“ – oder das, was sie dafür halten. Ich warte auf vier Pimpfe, von denen nur zwei kommen. Die Begeisterung für die Fahrt währt allerdings nur kurz und nach einer kleinen Heimwehattacke, gehen sie dann doch wieder. Schade, Schokolade.
Alles in allem: Es könnte nicht besser laufen…

Im Laufe des Tages trudeln dann auch die anderen ein. Fénja, Schmiro und ein wenig Essen (Milch für ruffy ist jetzt vorhanden, Stimmung!). Nach einer Stunde Brittish-Bulldog spielen sind alle k.o. und mein Kopf spielt Mario-Kart; mir wird immer schwindeliger, ein Kreislaufabsturz steht bevor, ich spüre es. Ich lege mich hin, von Entspannung keine Rede.

Nach dem Mittagessen beginnen wir mit dem Feueraufbau, während Pippin, Emma und fion spülen – Käsenudeln vom Vortag… (danke nochmal an dieser Stelle!).

Es geht schnell voran, jorin kommt dazu, was dazu führt, dass Dante fast einen Freudentanz aufführt und nun ununterbrochen beim Holzmachen auf ihn einredet. Herzallerliebst, die beiden.

Die Sonne sinkt, wir verkriechen uns drinnen und bereiten den Abend vor. Die kleine Singe- und Gesprächsrunde nutzen die meisten, um sich besser kennenzulernen, aber auch neue Lieder werden ausprobiert, sogenannte „Marktforschung“ wird betrieben. Für besondere Aufmerksamkeit, sorgt dabei Dantes unglaublich löchriges Namensgedächtnis, das vor allem Lukas, ich meine Aaron, ne – wie hieß er nochmal?! – Anton, zu spüren bekommt.

Draußen vor der Tür wird es nun immer kälter, drinnen immer wärmer; eine schlechte Kombination für kreislaufschwache Menschen. Ich mache einen kurzen Spaziergang und übergebe mich anschließend in die Toilette im Pumpraum, was zum Glück erstmal niemand mitbekommt.

Es herrscht ein reges Treiben und ausgelassene Stimmung, alle Schnippeln parallel dazu kochen ruffy und Pippin Curry. Die Laterne im Hauseingang flackert und endlich treffen auch die letzten Geusinnen und Geusen, namentlich: Sicillio, Smäre+Coco, Pacou und Mona, ein, um an der Thingfeier teilzuhaben.

Das „Fest“ beginnt nun, was sich schon dadurch bemerkbar macht, dass wir die Mengen an Curry und Reis nicht einmal ansatzweise bewältigen können und sich die ausgelassene Stimmung, getragen vom warmen kerzenerleuchteten Raum, zu einer wohligen, aber leicht aufgeregten, Vorfreude entwickelt, über das, was nun gleich draußen passieren wird. Vor allem den Pimpfen merkt man die Ungewissheit und die Spannung an, aber auch alle Älteren fiebern dem Moment am Feuer entgegen. Es gibt nur einen Schönheitsfehler: der Reis ist hart, was doch zu ein bis zwei Bemerkungen führt, zwischen der Essstille.

Wir räumen ab, setzten Tschai-Wasser auf, löschen die Kerzen und treten, nachdem jede*r seine Schuhe aus dem Gewirr am Eingang identifiziert und angezogen hat, ins Freie. Während die Pimpfe Fackeln entzünden und draußen warten, sprechen sich drinnen die fünf Gruppenleiter*innen noch kurz ab, bis sie dem Tross zum Feuer folgen. Alle sind gespannt und auf einmal ganz still.

Eine kalte Nacht, die fast schon zu hell und zu auffällig für diese Jahreszeit zu sein scheint, legt sich über die Szene. Deutlich sichtbar ist nur die kleine Laterne, in deren Inneren sich eine schmale Wärmesäule gegen den drückenden Frost zur Wehr setzt. Die Wärme und das Licht, das einen deutlichen Kontrast zum kalten, silbrigen Licht des Vollmondes, der Nacht des 18. Dezembers 2021, darstellt, tasten sich langsam voran. Eine Hausecke wird erkennbar, eine Wiese, die eine leichte Schräge aufweist, schiebt sich in das Blickfeld. Zu sehen sind langsam, je näher man tritt, einzelne Gestalten – klein neben groß, alt neben jung.
Ein helles Leuchten und die abstrahlende Wärme zerreißen den alles überlagernden Frost und das Dunkle, die Fackeln entzünden den Boden und immer weiter frisst sich das Feuer durch den Turm aus Holz, bis es das obere Ende erreicht hat und sich in lauten knackenden Funken, gen Himmel wendet. Man sieht, blickt man in die Gesichter der Umherstehenden, keimende Faszination und Ehrfurcht, während leise Stimmen singen „Und am Abend ziehen Gaukler durch den Wald“.

Der Kreis wird still, hörbar nur das Knistern und Lodern der Flammen sowie das leise Rauschen der Straße; keine*r wagt den Blick vom Feuer zu heben, das nun seine vielversprechende Wärme, von der goldenen Mitte ausgehend, wabernd in die Nacht und zu den fröstelnden Körpern schickt.

Stimmen erzählen abwechselnd Geschichten, die sie erlebten, von heute und gestern, von Tagen, Nächten und Abenden am Feuer, in der Kohte oder Hütten, von den Abenteuern des Jahres. Der Bericht der Gruppenleiter*innen schließt mit den Worten, dass sich in diesem Kreise fünf Pimpfe und Pimpfinen befänden, die mit den Geusen schon einiges erlebt hätten und kramen nun unter ihren Pullis oder Fahrtenhemden fünf rot-graue Halstücher hervor, die Pippin, Dante, Emma, Anton und Karla, von je einem ihrer Gruppenleiter*innen um den Hals gelegt bekommen. Die Augen der Empfänger*innen lachen fast vor Freude und zeigen Stolz sowie Dankbarkeit.

Nach einigen Momenten der enthusiastischen Stille, wird ein Auszug aus einer Schrift von 1981 verlesen, die Gedanken über Feuer, dessen Wirkung, im Positiven, wie im Negativem, thematisiert und die Hörenden in menschliches Nachempfinden und Empathie zu leiten sucht.

Man möchte eintreten in diesen Kreis, sein kleines Licht löschen, es gegen das große eintauschen und zuhören. Zuhören den Geschichten der Geusen, die seit 1947 die Welt befahren und ihre Erfahrungen in diesem einen Moment im Jahr zu hörbarer Sprache verwandeln. Man möchte mitfühlen, mitreisen, erfahren, was sie bewegte und aus ihrem Gelebten lernen. Generationen von Geusen standen an just dem selben Ort, blickten, wie man selbst, im Kreise stehend, in die Flammen, lauschten den Geräuschen der belebten Natur um sie herum und sannen ihren Gedanken nach. Menschen, die man nicht kennt, nicht zählen kann, Menschen, die andere Zeiten er- und überlebten, die jetzt vielleicht anders auf das Getane zurückblicken, die hadern oder sich mit Freude – genau jetzt – erinnern, die ähnlich dachten wie wir, gleiches aßen, Pfadfinder*innen und Menschen waren.

So streifen meine Gedanken um das Geschehen her, treten ein in den Kreis und werden Teil eines Gefühls, das mir zeigt, dass ich genau da, wo ich jetzt stehe, richtig und angenommen bin. Als ich die Geschichte über Feuer beendet hatte und selbiges langsam sterbend glimmen sah, schloss ich die Augen für einen Moment und dachte an eine Zeile aus Hesses Regen-Gedicht:

„Nichts zu denken, nichts zu wissen,
Nur zu atmen, nur zu fühlen.“

Müssten wir das nicht alle vielmehr? Den Moment genießen, nicht rational-verschachtelten Erfolgsstrategien hinterherhecheln, die mit kalkül materielle Gewinne für nichts und wieder nichts versprechen? Weiß nicht der Mensch tief in seinem Inneren schon das, was er eigentlich will und misstraut nur seinem Gefühl? Ist nicht das Fühlen das, was uns zu Menschen, zu empathischen Wesen macht? War es nicht ein Ideal, dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist und er es schafft macht- und gewaltfrei in Solidargemeinschaften zusammenzuleben – was ist damit, ist es nichts mehr wert?; verschlungen von einem System, in dem Habgier das Gute im Menschen verschüttet hat und über Nächstenliebe und Menschenrechten steht?!

– Das Gefühl verrät vieles, auch die unangenehmen Wahrheiten.

Das Feuer wurde nun immer kleiner und fiel seitlich, dass man es in einem Sprung überwältigen konnte.

Die ersten beiden sprangen, sich an den Händen fassend, über das Feuer und vielen sich danach in die Arme. Dann die nächsten. Ganze Gruppen sprangen, Fénja und ich mit den Phönixen, ruffy, Navayos und fion mit ihrer Gruppe, dann die Kataramane und die Älteren. Überall Gelächter und kleine Unterhaltungen und dazwischen – von den Umarmungen nach dem Sprung verschluckt – „Frohes Thing“. Es sprangen immer mehr, zu zweit, zu dritt, zu zehnt.

Die Wintersonnenwende und das Feiern des wiederkehrenden Lichts, erreicht hier jährlich den Höhepunkt.

Gebannt von dem Erlebten stehen wir nun um den kleinen Haufen aus Glut und sprechen über uns, über Pläne in der Zukunft, über alte und neue Gedanken, da hören wir einen lauten deutlichen Ruf: „Es ist schon nach 22 Uhr, wir möchten schlafen“ – Eine Beschwerde der Nachbarn wegen Ruhestörung bringt uns dazu nun still und leise unsere sieben Sachen in die Taschen zu stecken und wieder nach drinnen zu stolpern. Einer der schönsten Tage im Jahr endet mit Tschai, Liedern, Süßigkeiten und dem Erbrechen des Currys, meinerseits, ins Klo. Liebevoll kümmern sich die anderen um mich; vom lauten Singen im Nebenraum und dem Schnarchen der Pimpfe, schlafe ich irgendwann gegen 02:00 Uhr ein.

Das rauschende Fest mit vielen schönen Geschichten und Liedern währte allerdings noch länger, wie mir am nächsten Vormittag aufgeregte Pimpfe erklären: „ich war bis 8 Uhr wach“. Dementsprechend spät schleppt sich die Meute aus den Schlafsäcken.

Wir frühstücken, räumen auf, spülen, packen unsere Rucksäcke und berechnen Bus- und Bahnfahrzeit.

Abschlusskreis: ein letztes Mal über alles Geschehene nachdenken, ein letztes Mal, einen sanften Druck in der Hand spüren, die Gruppe, die Geusen spüren, bevor jede*r wieder in sein Alltagsleben zurückkehrt. „Und die Bilder unserer Fahrt machen ’s Abschiednehmen hart (…) Kameraden, Schwestern und Brüder, einmal trennt sich unser Weg.“

Etwas gehetzt vom Fahrplan der bürgerlichen Welt mit Kategorien wie „Uhrzeiten“, treten wir die Heimreise an.

Ach liebes Thing: man möchte dich nicht missen, einmal im Jahr, wenn alles stehenbleibt, im Sausewind der Zeit!

(Lujan)

Großfahrt 2021 Geusen „Scalca“

Samstag, 04.09.2021

Wir haben uns am Heidelberger Hauptbahnhof getroffen, aber durch den Bahnstreik wurden wir mit dem Auto gefahren. Das erste Auto kommt ca. 40 Minuten nach dem ersten in Wetzlar an. In Wetzlar mussten wir erst einmal unsere Sachen in wasserfeste Beutel verstauen. Später sind wir mit drei Kanus los gefahren. Wir sind mit zwei zweier und einem dreier Kanu unterwegs.


Kanu 1: Clara / Karla / Navayos
Kanu 2: Anton / fion
Kanu 3: Emma / ruffy

Auf der Lahn war so mäßig viel los. Wir sind auf einen toten Hecht gestoßen und mussten durch drei selbst bedienbare Schleusen. Die Suche nach einem Schlafplatz erwies sich als schwierig, da alles entweder unzugänglich war oder an einem Wohngebiet lag. Am Ende sind wir auf einer Kuhwiese gelandet. Wir wurden von einem Mann mehrere Minuten angestarrt. Danach gab es Curry mit Reis zum Abendessen. Alle haben gehofft, dass wir am nächsten Morgen nicht von Kühen geweckt zu werden…

Ca. 13 km

Flusskilometer: 13-26

Sonntag, 05.09.2021

Am Morgen wurden wir von zwei Kühen geweckt. Also mussten wir alles schnell zusammen packen, um dann ca. 2km weiter gefrühstückt zu haben. Am Ende der Strecke kamen wir in einen Tunnel an. Am Ende des Tunnels war eine Doppelschleuse. Durch diese haben wir uns ungefähr 3 Kilometer gespart.

Kanu 1: Clara / Anton / Navayos
Kanu 2: ruffy / fion
Kanu 3: Emma / Karla

Am Abend haben wir ein kleines Feuer gemacht. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Tomatensoße und Räuchertofu. Und auf einmal fuhr ein Löschzug mit Rettungswagen und Polizei vorbei. Ca. 20 Minuten später flog ein Hubschrauber mit  Suchscheinwerfer über uns.

Ca. 13km

Flusskilometer: 26-42

Montag, 06.09.2021

Auch am Morgen gab es Blaulicht und Sirenen. Clara und fion waren einkaufen und danach haben wir gefrühstückt. Heute konnten wir gemütlich losfahren und sind auch insgesamt nicht so viel gefahren. Dann haben auf dem Wasser Kekse gegessen. Kurz darauf sind wir schon an unserem Nachtplatz. Heute beim Kochen kamen zwei Fischer, von dem uns einer immer ermahnte, dass das hier kein Campingplatz sei, sondern ein Angelplatz. Deswegen mussten wir unser Feuer aus machen. Zusammen haben wir dann Reis mit Linsen und Kürbis gekocht. Wir haben danach noch ein paar Spiele gespielt.

Kanu 1: Emma / Anton / Karla
Kanu 2: Clara / fion
Kanu 3: Navayos / ruffy

Ca. 7km

Flusskilometer: 42-49

Dienstag, 07.09.2021

Morgens kamen dann die Fischer von gestern, um um Hilfe zu bitten, da sich ein Fisch und eine Angelschnur verheddert hatten.
Navayos und Anton haben dann mit dem Kanu geholfen und den Karpfen mit Hilfe eines Cachers an Land gebracht – die Fischer fotografierten ihn anschließend und warfen ihn, so versicherten sie uns wenigstens, dann wieder ins Wasser. So hatten sie doch, trotz anfänglicher Bedenken und Vertreibungswünschen uns gegenüber Glück, dass wir da waren.
Des Weiteren bemerkten wir bald darauf beim Abbau auch eine Angelschnur zwischen dem Knoten, der unsere Kothenstangen zusammenhielt. Wie ist die wohl dahin gekommen? – es bleibt ein Mysterium.
Da es am Morgen noch sehr feucht vom Tau war, leisteten wir uns noch eine Runde zu spielen, um die Zeit zu überbrücken, bis die Ponchos trocken waren.
Später sind wir dann losgefahren.

Kanu 1: Emma / Anton / Karla
Kanu 2: Clara / fion
Kanu 2: ruffy / Navayos

Wir haben in einem kleinen Dorf Wasser geholt und sind dann zu einem Rastplatz gefahren.
Dort haben wir warten müssen, bis der Supermarkt geöffnet hatte.
Anschließend spielten wir „Arschloch“, während ruffy eine Postkarte für seine Oma malte.
Nachdem wir dann eingekauft hatten, aßen wir noch genüßlich ein Eis; wegen all diesen Tätigkeiten verzögerte sich unsere Weiterfahrt und wir kamen dementsprechend spät am neuen Übernachtungsplatz an. Dort haben wir Chilli gegessen und erneut Karten gespielt.
Dann kamen noch zwei Camper*innen, die sich zu uns auf die wirklich schöne Wiese – wie sie mehrmals betonten – gesellten. Navayos und ruffy halfen ihnen noch die Kanus hochzuziehen; im Gegenzug durften wir am nächsten Tag Fotos von ihren Flusskarten machen, die deutlich detaillierter waren, als die, die wir immer am Ufer und den Rastplätzen vorfanden. 

Ca.14km
Flusskilometer: 49-63

Mittwoch, 08.09.2021

Nachdem wir uns von den zwei Leuten verabschiedet hatten, sind wir nach Limburg durchgefahren, um dort einzukaufen; außerdem malten wir während unseres Aufenthalts Postkarten für unsere Großeltern – um dem guten Beispiel ruffys zu folgen 🙂
Wir haben eine Kleinigkeit gegessen und wieder ein Paar Runden Karten gespielt.
Nach der anschließenden Weiterfahrt gestaltete es sich schwierig einen Schlafplatz zu finden und da die Schleuse – diese waren auf diesem Flussstück nicht mehr manuell bedienbar – bereits geschlossen hatte, waren wir gezwungen auf einem Campingplatz am Fluss zu übernachten; dies war allerdings auch gut, um das Klo zu konsultieren sowie mal wieder heiß duschen gehen zu können – alle Sanitärs waren sehr sauber.
Zum Essen gab es Käsenudeln und für Karla und Navayos Nudeln mit Tomatensoße.
Leider konnten wir aufgrund der Nachtruhe nicht mehr singen, weshalb wir früh ins Bett gingen.
Außerdem haben uns die Gruppenleiter „gechallenged“, indem sie uns die Aufgabe stellten innerhalb der drei verbleibenden Tage eines ihrer Halstücher zu klauen. Für jeden fehlgeschlagenen Versuch gibt es einen Tippen, falls es jedoch geschafft werde würden so lockte eine Box Gummibärchen als Belohnung.

Kanu 1: Clara / Emma / fion
Kanu 2: Anton / Karla
Kanu 3: Navayos / ruffy

Ca. 20 km
Flusskilometer: 63-83

Donnerstag, 09.09.2021

Morgens haben Karla und Anton das Frühstück vorbereitet, danach sind die Meisten duschen gegangen, um die Vorzüge des Campingplatzes zu nutzen.

Als wir Zähneputzen gingen wurden wir von Harry angesprochen; dieser hat uns gefragt, ob wir ein Wurfzelt aufbauen könnten. Nachdem wir sogar fähig waren es wieder zusammen zu bauen, durften wir es netterweise behalten.
In Diez waren wir dann erneut einkaufen und haben die selbstgemalten Postkarten abgeschickt; außerdem ging Navayos noch eine Stunde spazieren, um zum Gashändler unseres Vertrauens, dem „Propan Fischer“, zu laufen, da wir es für besser hielten ausreichend Gas dabei zu haben, da das mit dem Feuer machen seit unserem Erlebnis mit dem Rettungseinsatz nicht unbedingt unbeschwert war.
Nachdem wir weiter gefahren sind, sind wir schnell zu unserem neuen Schlafplatz gefahren.
In der Nähe war zwar ein Fischerclub, aber zum Glück ließen sie uns in Ruhe und wir konnten eine entspannte Nacht genießen, auf einer wirklich schönen, jedoch sehr hohen Wiese (hohes Gras). Zum Essen gab es Linseneintopf und wir gestalteten den Rest des Abends mit singen und gemütlichem beisammen sitzen.

Kanu 1: Clara / fion / Emma
Kanu 2: ruffy / Navayos
Kanu 3: Anton / Karla

Ca. 6 km
Flusskilometer: 88-94


Freitag, 10.09.2021

Heute Morgen konnten wir gemütlich losfahren, doch der Himmel war bereits ziemlich grau:
Als wir dann an einem kleinen Dörfchen namens Geilnau vorbeikamen haben wir uns am Dorfgemeidehaus untergestellt, nachdem es auch prompt zu gewittern begann.
Nach Stunden des Wartens wurde der Regen wenigstens weniger, sodass wir es wagten wieder weiterzufahren, was allerdings auch dem Umstand geschuldet war, dass wir noch eine Schleuse zu passieren hatten, die bekanntlicherweise um 18 Uhr schließen.
Bei einer sehr netten Frau durften wir außerdem kurz vor unserer Abfahrt aufs Klo gehen und sie recherchierte für uns dankenswerterweise die weitere Entwicklung der Wetterlage, anhand derer wir dann evaluieren konnten, ob es zu riskieren war weiterzufahren, trotz anhaltenden Gewittergeräuschen.
Es gestaltete sich des Weiteren schwer einen geeigneten Schlafplatz zu finden; Am Ende, nach dem Passieren der Schleuse und dem Verlust von Navayos‘ Tasse, landeten wir auf einem Gastangelplatz, wo wir allerdings zum Glück nicht gestört wurden – vermutlich war dies auch dem schlechten Wetter geschuldet.
Da es immer noch regnete machten wir uns schnell daran Tarp und Kothe aufzubauen, um wenigstens etwas trocken kochen zu können. Beim Boot festbinden geschah Navayos leider ein Malheur und er kenterte eines der, zum Glück bereits geleerten, Kanus, weshalb er nun komplett durchnässt war, was in der ungemütlichen Situation nicht von Vorteil war; es fanden sich jedoch noch trockenen Wechselklamotten und er trug keine Erkältung davon.
Zum Essen gab es Reis mit Scheiß und anschließend auch noch Chai; trotz der Nässe und Kälte war der Abend sehr schön und gemütlich.

Kanu1 : Clara / Emma / fion
Kanu 2: Anton / Karla
Kanu3: ruffy / Navayos

Ca. 5 km
Flusskilometer: 94-99

Samstag, 11.09.2021

Heute sind wir nach Hause gefahren. Zuerst mussten wir noch 2,5km mit den Kanus zurücklegen, um in Laurenburg an den Anleger zu gelangen

Kanu 1: Clara / Emma / fion
Kanu 2: Karla / Anton
Kanu 3: Navayos / ruffy

Nach einem Frühstück und einer kurzen Abschlussrunde am Anleger nahmen wir von dort aus den Zug. In Limburg mussten wir eine Stunde warten, bis wir in die Regionalbahn nach Gießen einsteigen konnten. Dort stiegen wir nach 40 Minuten Fahrzeit in den ICE nach Heidelberg um. Am Bahnhof trafen wir dann auf Navayos und Schmiro, die den Transport des Gepäcks und der Boote übernommen hatten. Nach einem Abschlussfoto am Bahnhof und kurzem Umpacken traten wir dann alle den Heimweg an.

(Emma)

Schweden Großfahrt 2018 der Kataramane

Über ein Straßenschild, Brot- und Geburtstagsmissgeschicke und dem Wissen, wo die Toiletten sind!

Oftmals fällt es schwer rückwirkend Geschehnisse festzuhalten, denn die eigene Erinnerung ist lückenhaft und selektiv und nicht selten erscheinen Dinge in der Erinnerung ganz anders, als sie tatsächlich erlebt wurden;  nichtsdestotrotz bleiben einzelne Bilder der Erlebnisse erhalten, an die ich mich in meinen Ausführungen nun festhalte, denn eine wirkliche Rekonstruktion der Geschehnisse ist für mich aus dem Abstand von ca. vier Jahren nicht möglich. So bitte ich um Verständnis, falls ich das ein oder andere Detail verzerre oder Fehler in der Chronologie auftreten – ich kann lediglich berichten, an was ich mich erinnere und wie eingangs erwähnt, muss das nicht immer richtig sein.


So lasst uns dennoch den Versuch wagen und eine kleine Zeitreise ins Jahr 2018 unternehmen…
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an dieses Jahr, was mir aus dieser Zeit geblieben ist, sind, zum Beispiel die politischen Fragen dieser Zeit, denn damals ereignete sich eine große Protestwelle hinsichtlich der von RWE geplanten Rodung des Hambacher Walds, die sich durch breite Teile der Bevölkerung zog; auch die Klimabewegung erstarkte und so begründete sich in diesen Jahren „Fridays For Future“ und führte große Klimastreiks auf der ganzen Welt durch – unglaublich, das ist Zeitgeschichte, die man selbst miterlebt hat. Auch pfadfindertechnisch ist zu dieser Zeit einiges passiert, beispielsweise fand im Jahr zuvor das langerwartete ÜT statt, das gefolgt vom Meißner-Lager 2013 mit Sicherheit zu den absoluten Highlights in einem Pfadfinderleben gehört und mit Spannung sowie Euphorie erwartet worden war.
Der PbN engagierte sich in der Weltfahrer*innen Jurte; es wurde eine Landkarte gestaltet, um Fahrtenziele zu markieren sowie eine Teeverkostung organisiert.
Wenn wir uns nun weiter von diesen Erinnerungen führen lassen, so gelangen wir auch in den Sommer des Jahres 2018, in dem sich die Geusengruppe Kataramane auf machte, um in Schweden auf Großfahrt zu gehen.
Im Vorfeld war viel geplant worden, was man machen könne, wie man in das Fahrtenland gelange usf; letztendlich entschieden wir uns dazu zuerst wandern zu gehen und anschließend Kanu zu fahren –  achso, das habe ich noch gar nicht erwähnt, „wir“ das waren: Torek, ruffy, fion,, Lujan, Schmiro und ich. Wir mieteten also einen Bus von dem Unternehmen „Carl und Carla“ und verbrachten zunächst einige Stunden auf der Autobahn, bis wir im Norden Deutschlands ankamen – zuvor hatten wir fion auf einem Parkplatz an der Autobahn aufgegabelt, wo Torek ein herumliegendes Schild mitzunehmen versuchte, daraufhin allerdings von einer, auf dem Parkplatz in einem Wohnwagen lebenden Frau, die wie es schien ihr Geld mit körperlichen Liebesdiensten verdiente, zurecht gewiesen wurde.

An dieser Stelle zeigt sich auch schon meine erste Erinnerungslücke, denn ich kann nicht mehr mit Sicherheit sagen, ob wir anschließend den Landweg über Dänemark einschlugen oder doch mit der Fähre von Travemünde nach Trelleborg fuhren…Naja wie dem auch sei, wir kamen schließlich nach vermutlich über einem Tag Anreise in Südschweden an und fuhren Richtung Göteborg (zum Einkaufen), beziehungsweise in Richtung der Westküste Schwedens, um auf dem Bohusleden zu wandern.
Ich weiß noch, dass dies nicht unbedingt die beste Idee war, denn es regnete überwiegend und wir kamen nur langsam voran, da wir sehr viel Gepäck mitführten. Glücklicherweise gab es immer wieder Schutzhütten und wir hatten ein großes Tarp dabei, um dem Regen nicht ausgeliefert zu sein.
Random sidefact: Ich weiß noch, dass ich mich viel mit Torek unterhalten habe und wir uns bei der Wanderung zum Beispiel über die Thematik verantwortungsvoller Handynutzung austauschten und

warum es auch gut sei, sein Smartphone gelegentlich gegen ein altes Nokia Tastenhandy einzutauschen (richtige Streberpädagogen). An einem Abend, wir waren gerade an einer Schutzhütte angekommen und hatten Feuer gemacht, sprach uns dann eine junge Studentin auf Englisch an, die wohl zwecks Selbstfindung allein unterwegs war – doch sagte sie später sie habe noch nicht sehr viel gefunden, abgesehen von Blasen an den Füßen. Jedenfalls unterhielten wir uns eine Weile auf Englisch, bis einer von uns sagte, dass wir ruhig auch Deutsch sprechen könnten; alle waren sehr belustigt und man erzählte ausgelassen weiter. Es stellte sich heraus, dass die Studentin Jana  hieß und zum Glück nicht aus Kassel, sondern aus Heidelberg käme und in der Altstadt wohne – manchmal ist die Welt ganz schön klein.
Da es bereits dämmerte beschloss Jana ebenfalls in einer weiter oben gelegenen Schutzhütte zu übernachten, allerdings verbrachten wir noch eine Zeit des Abends gemeinsam und freuten uns des lustigen Umstands, dass man mehrere hundert Kilometer in den Norden fuhr, um dort dann Menschen aus Heidelberg zu treffen.
Als wir am nächsten Tag aufwachten, war Jana natürlich längst weiter gezogen, hatte aber einen Gruß auf einem Stück Birkenrinde hinterlassen, welches man heute in der Baracke besichtigen kann – Grüße gehen raus an dich Jana, vllt trifft man sich ja mal in der Altstadt 😉
Wir beschlossen jedoch nicht es ihr gleich zu tun und ebenfalls aufzubrechen, da es immer noch regnete und ungemütlich war und so legten wir lieber einen Pausentag ein, nachdem es aber auch danach nicht besser geworden war und den Rest der Woche ebenfalls schlechtes Wetter vorhergesagt war, kehrten wir resigniert wieder um,  in Richtung Auto, wo wir recherchierten und herausfanden, dass es an der Küste wohl wettertechnisch besser aussehe.
Ich erinnere mich auch noch an ein Informationsschild, welches am Parkplatz stand, auf dem geschrieben stand, dass man Hunde anleinen müsse. Auf dem Schild waren, neben der schwedischen Sprache, auch Übersetzungen, u.a. ins Deutsche vorhanden; so lasen wir : „Hunde müssen angekoppelt werden“ , was uns natürlich sehr amüsierte und die Stimmung zugleich wieder positiver werden ließ. So machten wir uns dann auf an die Küste und wanderten den Bohuslan, der in der Tat ebenfalls sehr schön war und viel am Meer entlang ging. In der ersten Nacht stellten wir unsere Kothe direkt neben eine städtische Grünanlage ans Ufer, trotzdem blieben wir in der Nacht sowie am nächsten Morgen ungestört und konnten in aller Ruhe aufbrechen.
Wir wanderten nun einige wenige Tage durch sehr schöne flache Küstenlandschaft mit Bootsanlegern, Wiesen und immer wieder dem ruhigen Meer; am Ende rasteten die anderen an einem Parkplatz, während Schmiro und ich zurücktrampten, um das Auto zu holen. Wir sprachen schon darüber, dass wir vermutlich lange brauchen würden und im Nachhinein ist es schade, dass wir darüber keine Wetten abgeschlossen haben, denn Schmiro und ich hätten mit Sicherheit gewonnen.
Entgegen unserer Erwartungen wurden wir nämlich bereits vom zweiten oder dritten Auto mitgenommen (wir standen kaum 5 Minuten an der Straße) und dies nicht nur einen Teil des Weges, sondern die gesamte Strecke bis zurück, obwohl dies keinesfalls auf dem Weg der Fahrerin lag – aber es gibt eben doch noch gute Menschen und ich glaube in Schweden sind sie besonders häufig!
Die besagte Fahrerin war recht jung und Studentin in Stockholm, aber die Ferienzeit verbrachte sie bei ihrer Familie auf dem Land; soweit ich mich erinnere hatte sie mit Mode oder Design zu tun, aber hierfür kann ich keine Garantie übernehmen.
Ich sehe uns beide noch in diesem Auto sitzen: Schmiro vorne auf dem Beifahrersitz und ich hinten, uns auf Englisch unterhaltend und voller Freude darüber so schnell an unser Ziel zu gelangen; insgeheim freuten wir uns natürlich auch die Augen der anderen zu sehen, wenn wir nach so kurzer Zeit zurückkehren würden. Und tatsächlich staunten sie nicht schlecht, als wir mit dem Bus auf den Parkplatz einbogen und wir erzählten von unserer Mitfahrgelegenheit.
Wir luden das Gepäck ein und fuhren in Richtung Dalsland, wo wir den zweiten Teil der Großfahrt Kanu fahren gehen wollten. Wir übernachteten, soweit ich mich erinnere an einem sehr schönen See in der Nähe der Kanustation, wo wir eine verlassene Feuerschale fanden, die aber noch voll in Takt war und wir beschlossen auf dem Rückweg noch einmal vorbeizukommen und wenn sie immer noch da wäre, diese mitzunehmen und tatsächlich fanden wir sie später wieder – auch dieses Erinnerungsstück befindet sich heute in der Baracke und wird immer wieder draußen  zum Grillen und Feuer machen verwendet.
Dann ging es auch schon zu den Kanus und wir erfreuten uns unter anderem auch der Sanitäranlagen, um gewissen Bedürfnissen nachzukommen, die man in der Wildnis eher unentspannt  erledigen kann. Wie dem auch sei, es folgten wunderschöne Tage auf den großen Seen Dalslands; es gab immer wieder die Möglichkeit in Schutzhütten zu übernachten oder Komposttoiletten zu verwenden, die man ebenfalls an gewissen ausgeschilderten Rastplätzen vorfand.
Ansonsten erfreuten wir uns aber auch sehr schönen ganz wilden Plätzen, ohne eine Menschenseele – es war so herrlich still und ich genoss die Ruhe und den Frieden auf dem Wasser. Einmal veranlasste mich das, am Abend mit dem Kanu allein auf den See hinaus zu fahren, wo ich leise saß, lauschte und beobachtete, wie sich ewige Kreisläufe und Naturschauspiele  vor meinem Auge abspielten; dabei von einem Gedicht/Lied begleitet, dass ich wie eine Zauberformel vor mich hinsummte:

Ein weiteres wichtiges Erlebnis, was mir im Gedächtnis blieb, war Schmiros 61. Geburtstag, für den wir extra heimlich Vorkehrungen getroffen hatten, namentlich, dass wir eingekauft hatten, um eine Pfannkuchentorte zu backen. Damit er dies auch auf gar keinen Fall mitbekam backten wir in der Nacht vor seinem Geburtstag. Alles lief gut, ohne dass er aufwachte und nach über einer Stunde hatten wir eine wohlgeratene Pfannkuchentorte, auf der sogar mit Nutella eine „61“ geschrieben stand. Wir waren stolz und gingen zu Bett, überlegten, wie er morgen wohl reagieren würde; im Scherz fragte einer noch: „fion schau mal auf deiner Uhr, ob morgen wirklich der 29.8 ist“, fion sah nach und stellte fest, dass wir uns um einen Tag vertan hatten, also am kommenden Tag erst der 28. war (richtige Dulli-Aktion!). Wir verfielen in lautes Gelächter über unser Missgeschick, was auch dazu führte, dass Schmiro erwachte und sich beschwerte und fragte was mit uns los sei. Wir taten als ob nichts sei und warteten bis er eingeschlafen war, anschließend berieten wir das morgige Vorgehen und wie wir dafür sorgen könnten, dass er tatsächlich glaubte, dass morgen sein Geburtstag war.
Wir beschlossen das Datum seines Handys umzustellen und einfach zu hoffen, dass er es nicht merkte und nicht darauf sah.
Tatsächlich gelang es auch und er glaubte uns, dass an diesem Tag sein Geburtstag war, allerdings wunderte er sich schon, dass alle Geburtstagsgrüße erst einen Tag später eintrafen – das lag bestimmt am schlechten Empfang und dem großen Funkloch über ganz Schweden 😉
Ich erinnere mich nicht, ob wir es ihm jemals erzählt haben, ansonsten wird er es nun vier Jahre später über diesen Bericht erfahren. Bitte nicht böse sein Schmiro, wir haben dich lieb und nur aus Versehen Hops genommen!

Am nächsten Tag fuhren wir nachdem ausgiebigen Tortenfrühstück weiter, bis wir am Abend an einem wirklich schönen Platz ankamen, dem gegenüber lediglich ein romantisches rotes schwedisches Landhaus war. Nachdem wir die Kothe aufgebaut hatten, Feuer gemacht hatten und kochen wollten, bemerkten wir, dass uns Salz fehlte und so fuhren Schmiro und ich auf die andere Seeseite, um den Mann, der in dem Haus wohnte, nach Salz zu fragen. Als wir ankamen und auf das Anwesen zu liefen, bemerkten wir ein Tier im Garten des Mannes, wir konnten es erst nicht richtig zuordnen, aber es war ein Elch, der sich an den dort wachsenden Salatköpfen bediente, jedoch gleich nachdem er uns bemerkt hatte, die Flucht ergriff.
Der Mann war, ebenso wie alle anderen Schweden, die wir bis dahin getroffen hatten, sehr nett und gab uns natürlich das benötigte Salz, nachdem Schmiro in mehreren Sprachen einige flehend wirkende Sätze zu formulieren versucht hatte – ich würde sagen, dass es hinsichtlich der Grammatik nicht unbedingt gelungen war, wohl aber wirksam war, um das Ziel zu erreichen, aber der Mann hätte uns bestimmt auch ohne diese Showeinlage akrobatischer Wortkunst etwas Salz gegeben.

Auf dieser Fahrt versuchten wir uns außerdem am Brot backen – vor allem ruffy, der vom ÜT inspiriert worden war, wo es Backworkshops u.a zum Thema „Bannock-Brot“ gegeben hatte. Das genannte Brot ließ sich auch problemlos herstellen und verzehren, was wir schon während dem Wandern ausprobiert hatten, als wir noch auf dem Bohuslan unterwegs gewesen waren.
Allerdings wollten wir dann noch einmal ein „richtiges“ Brot backen mit ruffys eigens angelegten und  mitgeführten Sauerteigpilzen. Es funktionierte auch einen guten Teig zu machen, das Problem war vielmehr das Backen auf dem Feuer, das nicht reibungslos funktionierte und letztendlich dazu führte, dass das Brot an der Unterseite verbrannte und in der Mitte noch teilweise roh war. Aber wir aßen es trotzdem innerhalb der nächsten Tage, indem wir ganz dünne Scheiben schnitten und diese erneut zu garen versuchten, was nur bedingten Erfolg hatte. Wir sind auch offen für Tipps und Vorschläge, wie man Brot auf dem Feuer (im Tippen) backen könnte. Im Nachhinein kam uns folgende Idee:
Man müsste innerhalb des Tippens eine Art Gitter installieren, sodass das Brot keinen direkten Kontakt zum Boden hat. Anschließend noch etwas Wasser in hineingeben und dann den Tippen mit viel Glut umgeben, möglichst von allen Seiten.

Die Zukunft wird zeigen, ob solche Modelle funktionieren oder ob es andere und  bessere Möglichkeiten gibt; wie gesagt, wir sind dankbar für konstruktive Vorschläge.
Zum Schluss sei noch der Abschluss der Fahrt geschildert. Nach ca. einer Woche auf See (im wahrsten Wortsinn) kehrten wir dann zurück in den Heimathafen des Kanuverleihs. Dort wurden die Kanus verladen, wobei ein jeder unter Beweis stellte, dass er wusste wo die Toiletten sind, vor allem ruffy zeigte voller Grazie mit gespanntem, muskulösen Arm und gestrecktem Zeigfinger die Richtung an. Nachdem wir uns diesem Schauspiel erfreut hatten, ging ein jeder noch einmal den besagten Ort aufsuchen, denn jedes Klo ist Gold wert, auf Fahrt, woraufhin wir uns dann auf den Rückweg machten. Wie bereits erwähnt besuchten wir nochmal den ehemaligen Lagerplatz und nahmen den Grill mit. Dann ging es wieder mit dem Auto Stunden lang durch wunderschöne schwedische Landschaft in Richtung Deutschland. Die Rückfahrt ließ mich persönlich auch etwas wehmütig werden, denn es war ein sehr besonderes Fahrtenerlebnis von zwei Wochen gewesen, in Mitten stiller und friedlicher Landschaft ungestört zu sein, an Seen zu schlafen, im Wald und an der Küste zu wandern, liebe Menschen zu treffen und in einer so schönen Gemeinschaft zu sein, die sich blind versteht und in der auch der ein oder andere gute Witz und Insider entsteht – all das ist unbezahlbar und wie man sieht hält die Erinnerung an auch über Jahre hinweg.
In solchen Momenten wird mir klar, was es bedeutet auf Fahrt zu sein und wie sehr diese Erlebnisse jeden von uns geprägt haben!

(Navayos)

Winterfahrt Kataramane

Überbündisches Treffen (ÜT) 2017

Meißner Lager 2013