Geusen – Fartenberichte

Das Fest der Feste – Winterthing auf der Trollburg

Als meine liebe Nachbarin Lotte mich bei einem nachmittaglichen Gespräch fragte, was das denn für ein „Pfadfinderfest“ sei, auf das wir jetzt fahren würden, musste ich ein wenig schmunzeln. In meinen Augen sind Feste immer dekadente Angelegenheiten; es ist warm, man tanzt – oder auch nicht – und das Wichtigste: man kotzt vor zu viel Essen. Feste sind meistens Fressorgien, was sich, gepaart mit Alkohol, auf die wenigsten Mägen beruhigend auswirkt…

Wenn ich nun genauer darüber nachdenke und die zuletzt genannten Umstände mit einbeziehe, kann man das diesjährige Thing doch als „Fest“ bezeichnen…

Aber der Reihe nach:

Alles beginnt ganz normal, wie immer. Die zwei Geusengruppen fahren zusammen mit Bahn und Bus von Heidelberg nach Nußloch Markgrafenstraße und laufen von dort aus zur Trollburg. Da sich im Dezember die Sonne meist schon gegen 16 Uhr in den Feierabend verabschiedet, und Kollege Mond auch nur teilzeit arbeitet, ist der Weg, der eigentlich kaum zu verfehlen ist, nur spärlich beleuchtet. Die Konsequenz: „Achtung, da vorne, Fahrrad“ – alle rennen auf eine Seite des Weges, um nicht als Straßenbelag zu enden, und bereiten sich vor; denn die Gruppe macht sich einen Spaß aus dem Stress des Ausweichens… „Und alle: Ooooohhhh-heeeyyy“ (Jubel und Gelächter). Der erste Fahrradfahrer schaut verdutzt, die zweite erschrocken, der dritte ist schockiert und verärgert. Nach vier Laola-Wellen erreichen wir die Trollburg. Wir öffnen – nach einigen Besserwisser*innenhinweisen – die Tür. Dunkelheit, ein lautes Klick. Ich spüre etwas am Fuß… Die Kerze verrät, Mausefallen, überall und natürlich der obligatorische Kadaver.

Nachdem wir noch circa drei Fallen ausgelöst, die Mausreste entfernt, Feuer gemacht, gekocht und gegessen haben, beginnt die Großfahrt-Diskussion…

Wie immer, wenn zwei Gruppen aufeinandertreffen, die sich kaum kennen, aber zusammen auf Großfahrt gehen werden, ist eine Einigung schwierig. Die Vorschläge erstrecken sich von Südfrankreich bis zu Schweden, von Wandern bis Kanufahren. Außer der pädagogisch-wertvollen Erziehungsmaßnahme, ein Redeholz für Dante und Pippin einzuführen, was dazu führt, dass man dem Gespräch wenigstens wieder folgen kann, fassen wir keinen Entschluss, der zu etwas zu gebrauchen wäre.

ruffy kommt spät aus Hannover an. Noch ein bisschen singen, der Tag endet und mein Magen beginnt sein Gefecht mit den Sojaschnetzeln, die mir nicht gut bekamen.

Am Morgen des nächsten Tages, es ist 8.30 Uhr, ist mir schlecht und dank Antons Geschnarche neben mir, habe ich die ganze Nacht kein Auge zu machen können. Was für ein Start. Da hilft nur noch Schwarztee, pur.

Aber die erste Beschwerde kommt sofort: „Habt ihr denn keine Milch eingekauft?“ – sei einfach still ruffy, sei einfach still!

Wir gehen raus. Pippin, ruffy und Dante machen – mir völlig unverständlich – „Frühsport“ – oder das, was sie dafür halten. Ich warte auf vier Pimpfe, von denen nur zwei kommen. Die Begeisterung für die Fahrt währt allerdings nur kurz und nach einer kleinen Heimwehattacke, gehen sie dann doch wieder. Schade, Schokolade.
Alles in allem: Es könnte nicht besser laufen…

Im Laufe des Tages trudeln dann auch die anderen ein. Fénja, Schmiro und ein wenig Essen (Milch für ruffy ist jetzt vorhanden, Stimmung!). Nach einer Stunde Brittish-Bulldog spielen sind alle k.o. und mein Kopf spielt Mario-Kart; mir wird immer schwindeliger, ein Kreislaufabsturz steht bevor, ich spüre es. Ich lege mich hin, von Entspannung keine Rede.

Nach dem Mittagessen beginnen wir mit dem Feueraufbau, während Pippin, Emma und fion spülen – Käsenudeln vom Vortag… (danke nochmal an dieser Stelle!).

Es geht schnell voran, jorin kommt dazu, was dazu führt, dass Dante fast einen Freudentanz aufführt und nun ununterbrochen beim Holzmachen auf ihn einredet. Herzallerliebst, die beiden.

Die Sonne sinkt, wir verkriechen uns drinnen und bereiten den Abend vor. Die kleine Singe- und Gesprächsrunde nutzen die meisten, um sich besser kennenzulernen, aber auch neue Lieder werden ausprobiert, sogenannte „Marktforschung“ wird betrieben. Für besondere Aufmerksamkeit, sorgt dabei Dantes unglaublich löchriges Namensgedächtnis, das vor allem Lukas, ich meine Aaron, ne – wie hieß er nochmal?! – Anton, zu spüren bekommt.

Draußen vor der Tür wird es nun immer kälter, drinnen immer wärmer; eine schlechte Kombination für kreislaufschwache Menschen. Ich mache einen kurzen Spaziergang und übergebe mich anschließend in die Toilette im Pumpraum, was zum Glück erstmal niemand mitbekommt.

Es herrscht ein reges Treiben und ausgelassene Stimmung, alle Schnippeln parallel dazu kochen ruffy und Pippin Curry. Die Laterne im Hauseingang flackert und endlich treffen auch die letzten Geusinnen und Geusen, namentlich: Sicillio, Smäre+Coco, Pacou und Mona, ein, um an der Thingfeier teilzuhaben.

Das „Fest“ beginnt nun, was sich schon dadurch bemerkbar macht, dass wir die Mengen an Curry und Reis nicht einmal ansatzweise bewältigen können und sich die ausgelassene Stimmung, getragen vom warmen kerzenerleuchteten Raum, zu einer wohligen, aber leicht aufgeregten, Vorfreude entwickelt, über das, was nun gleich draußen passieren wird. Vor allem den Pimpfen merkt man die Ungewissheit und die Spannung an, aber auch alle Älteren fiebern dem Moment am Feuer entgegen. Es gibt nur einen Schönheitsfehler: der Reis ist hart, was doch zu ein bis zwei Bemerkungen führt, zwischen der Essstille.

Wir räumen ab, setzten Tschai-Wasser auf, löschen die Kerzen und treten, nachdem jede*r seine Schuhe aus dem Gewirr am Eingang identifiziert und angezogen hat, ins Freie. Während die Pimpfe Fackeln entzünden und draußen warten, sprechen sich drinnen die fünf Gruppenleiter*innen noch kurz ab, bis sie dem Tross zum Feuer folgen. Alle sind gespannt und auf einmal ganz still.

Eine kalte Nacht, die fast schon zu hell und zu auffällig für diese Jahreszeit zu sein scheint, legt sich über die Szene. Deutlich sichtbar ist nur die kleine Laterne, in deren Inneren sich eine schmale Wärmesäule gegen den drückenden Frost zur Wehr setzt. Die Wärme und das Licht, das einen deutlichen Kontrast zum kalten, silbrigen Licht des Vollmondes, der Nacht des 18. Dezembers 2021, darstellt, tasten sich langsam voran. Eine Hausecke wird erkennbar, eine Wiese, die eine leichte Schräge aufweist, schiebt sich in das Blickfeld. Zu sehen sind langsam, je näher man tritt, einzelne Gestalten – klein neben groß, alt neben jung.
Ein helles Leuchten und die abstrahlende Wärme zerreißen den alles überlagernden Frost und das Dunkle, die Fackeln entzünden den Boden und immer weiter frisst sich das Feuer durch den Turm aus Holz, bis es das obere Ende erreicht hat und sich in lauten knackenden Funken, gen Himmel wendet. Man sieht, blickt man in die Gesichter der Umherstehenden, keimende Faszination und Ehrfurcht, während leise Stimmen singen „Und am Abend ziehen Gaukler durch den Wald“.

Der Kreis wird still, hörbar nur das Knistern und Lodern der Flammen sowie das leise Rauschen der Straße; keine*r wagt den Blick vom Feuer zu heben, das nun seine vielversprechende Wärme, von der goldenen Mitte ausgehend, wabernd in die Nacht und zu den fröstelnden Körpern schickt.

Stimmen erzählen abwechselnd Geschichten, die sie erlebten, von heute und gestern, von Tagen, Nächten und Abenden am Feuer, in der Kohte oder Hütten, von den Abenteuern des Jahres. Der Bericht der Gruppenleiter*innen schließt mit den Worten, dass sich in diesem Kreise fünf Pimpfe und Pimpfinen befänden, die mit den Geusen schon einiges erlebt hätten und kramen nun unter ihren Pullis oder Fahrtenhemden fünf rot-graue Halstücher hervor, die Pippin, Dante, Emma, Anton und Karla, von je einem ihrer Gruppenleiter*innen um den Hals gelegt bekommen. Die Augen der Empfänger*innen lachen fast vor Freude und zeigen Stolz sowie Dankbarkeit.

Nach einigen Momenten der enthusiastischen Stille, wird ein Auszug aus einer Schrift von 1981 verlesen, die Gedanken über Feuer, dessen Wirkung, im Positiven, wie im Negativem, thematisiert und die Hörenden in menschliches Nachempfinden und Empathie zu leiten sucht.

Man möchte eintreten in diesen Kreis, sein kleines Licht löschen, es gegen das große eintauschen und zuhören. Zuhören den Geschichten der Geusen, die seit 1947 die Welt befahren und ihre Erfahrungen in diesem einen Moment im Jahr zu hörbarer Sprache verwandeln. Man möchte mitfühlen, mitreisen, erfahren, was sie bewegte und aus ihrem Gelebten lernen. Generationen von Geusen standen an just dem selben Ort, blickten, wie man selbst, im Kreise stehend, in die Flammen, lauschten den Geräuschen der belebten Natur um sie herum und sannen ihren Gedanken nach. Menschen, die man nicht kennt, nicht zählen kann, Menschen, die andere Zeiten er- und überlebten, die jetzt vielleicht anders auf das Getane zurückblicken, die hadern oder sich mit Freude – genau jetzt – erinnern, die ähnlich dachten wie wir, gleiches aßen, Pfadfinder*innen und Menschen waren.

So streifen meine Gedanken um das Geschehen her, treten ein in den Kreis und werden Teil eines Gefühls, das mir zeigt, dass ich genau da, wo ich jetzt stehe, richtig und angenommen bin. Als ich die Geschichte über Feuer beendet hatte und selbiges langsam sterbend glimmen sah, schloss ich die Augen für einen Moment und dachte an eine Zeile aus Hesses Regen-Gedicht:

„Nichts zu denken, nichts zu wissen,
Nur zu atmen, nur zu fühlen.“

Müssten wir das nicht alle vielmehr? Den Moment genießen, nicht rational-verschachtelten Erfolgsstrategien hinterherhecheln, die mit kalkül materielle Gewinne für nichts und wieder nichts versprechen? Weiß nicht der Mensch tief in seinem Inneren schon das, was er eigentlich will und misstraut nur seinem Gefühl? Ist nicht das Fühlen das, was uns zu Menschen, zu empathischen Wesen macht? War es nicht ein Ideal, dass der Mensch dem Menschen ein Helfer ist und er es schafft macht- und gewaltfrei in Solidargemeinschaften zusammenzuleben – was ist damit, ist es nichts mehr wert?; verschlungen von einem System, in dem Habgier das Gute im Menschen verschüttet hat und über Nächstenliebe und Menschenrechten steht?!

– Das Gefühl verrät vieles, auch die unangenehmen Wahrheiten.

Das Feuer wurde nun immer kleiner und fiel seitlich, dass man es in einem Sprung überwältigen konnte.

Die ersten beiden sprangen, sich an den Händen fassend, über das Feuer und vielen sich danach in die Arme. Dann die nächsten. Ganze Gruppen sprangen, Fénja und ich mit den Phönixen, ruffy, Navayos und fion mit ihrer Gruppe, dann die Kataramane und die Älteren. Überall Gelächter und kleine Unterhaltungen und dazwischen – von den Umarmungen nach dem Sprung verschluckt – „Frohes Thing“. Es sprangen immer mehr, zu zweit, zu dritt, zu zehnt.

Die Wintersonnenwende und das Feiern des wiederkehrenden Lichts, erreicht hier jährlich den Höhepunkt.

Gebannt von dem Erlebten stehen wir nun um den kleinen Haufen aus Glut und sprechen über uns, über Pläne in der Zukunft, über alte und neue Gedanken, da hören wir einen lauten deutlichen Ruf: „Es ist schon nach 22 Uhr, wir möchten schlafen“ – Eine Beschwerde der Nachbarn wegen Ruhestörung bringt uns dazu nun still und leise unsere sieben Sachen in die Taschen zu stecken und wieder nach drinnen zu stolpern. Einer der schönsten Tage im Jahr endet mit Tschai, Liedern, Süßigkeiten und dem Erbrechen des Currys, meinerseits, ins Klo. Liebevoll kümmern sich die anderen um mich; vom lauten Singen im Nebenraum und dem Schnarchen der Pimpfe, schlafe ich irgendwann gegen 02:00 Uhr ein.

Das rauschende Fest mit vielen schönen Geschichten und Liedern währte allerdings noch länger, wie mir am nächsten Vormittag aufgeregte Pimpfe erklären: „ich war bis 8 Uhr wach“. Dementsprechend spät schleppt sich die Meute aus den Schlafsäcken.

Wir frühstücken, räumen auf, spülen, packen unsere Rucksäcke und berechnen Bus- und Bahnfahrzeit.

Abschlusskreis: ein letztes Mal über alles Geschehene nachdenken, ein letztes Mal, einen sanften Druck in der Hand spüren, die Gruppe, die Geusen spüren, bevor jede*r wieder in sein Alltagsleben zurückkehrt. „Und die Bilder unserer Fahrt machen ’s Abschiednehmen hart (…) Kameraden, Schwestern und Brüder, einmal trennt sich unser Weg.“

Etwas gehetzt vom Fahrplan der bürgerlichen Welt mit Kategorien wie „Uhrzeiten“, treten wir die Heimreise an.

Ach liebes Thing: man möchte dich nicht missen, einmal im Jahr, wenn alles stehenbleibt, im Sausewind der Zeit!

(Lujan)

Großfahrt 2021 Geusen „neue Gruppe“

Samstag, 04.09.2021

Wir haben uns am Heidelberger Hauptbahnhof getroffen, aber durch den Bahnstreik wurden wir mit dem Auto gefahren. Das erste Auto kommt ca. 40 Minuten nach dem ersten in Wetzlar an. In Wetzlar mussten wir erst einmal unsere Sachen in wasserfeste Beutel verstauen. Später sind wir mit drei Kanus los gefahren. Wir sind mit zwei zweier und einem dreier Kanu unterwegs.


Kanu 1: Clara / Karla / Navayos
Kanu 2: Anton / fion
Kanu 3: Emma / ruffy

Auf der Lahn war so mäßig viel los. Wir sind auf einen toten Hecht gestoßen und mussten durch drei selbst bedienbare Schleusen. Die Suche nach einem Schlafplatz erwies sich als schwierig, da alles entweder unzugänglich war oder an einem Wohngebiet lag. Am Ende sind wir auf einer Kuhwiese gelandet. Wir wurden von einem Mann mehrere Minuten angestarrt. Danach gab es Curry mit Reis zum Abendessen. Alle haben gehofft, dass wir am nächsten Morgen nicht von Kühen geweckt zu werden…

Ca. 13 km

Flusskilometer: 13-26

Sonntag, 05.09.2021

Am Morgen wurden wir von zwei Kühen geweckt. Also mussten wir alles schnell zusammen packen, um dann ca. 2km weiter gefrühstückt zu haben. Am Ende der Strecke kamen wir in einen Tunnel an. Am Ende des Tunnels war eine Doppelschleuse. Durch diese haben wir uns ungefähr 3 Kilometer gespart.

Kanu 1: Clara / Anton / Navayos
Kanu 2: ruffy / fion
Kanu 3: Emma / Karla

Am Abend haben wir ein kleines Feuer gemacht. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Tomatensoße und Räuchertofu. Und auf einmal fuhr ein Löschzug mit Rettungswagen und Polizei vorbei. Ca. 20 Minuten später flog ein Hubschrauber mit  Suchscheinwerfer über uns.

Ca. 13km

Flusskilometer: 26-42

Montag, 06.09.2021

Auch am Morgen gab es Blaulicht und Sirenen. Clara und fion waren einkaufen und danach haben wir gefrühstückt. Heute konnten wir gemütlich losfahren und sind auch insgesamt nicht so viel gefahren. Dann haben auf dem Wasser Kekse gegessen. Kurz darauf sind wir schon an unserem Nachtplatz. Heute beim Kochen kamen zwei Fischer, von dem uns einer immer ermahnte, dass das hier kein Campingplatz sei, sondern ein Angelplatz. Deswegen mussten wir unser Feuer aus machen. Zusammen haben wir dann Reis mit Linsen und Kürbis gekocht. Wir haben danach noch ein paar Spiele gespielt.

Kanu 1: Emma / Anton / Karla
Kanu 2: Clara / fion
Kanu 3: Navayos / ruffy

Ca. 7km

Flusskilometer: 42-49

Dienstag, 07.09.2021

Morgens kamen dann die Fischer von gestern, um um Hilfe zu bitten, da sich ein Fisch und eine Angelschnur verheddert hatten.
Navayos und Anton haben dann mit dem Kanu geholfen und den Karpfen mit Hilfe eines Cachers an Land gebracht – die Fischer fotografierten ihn anschließend und warfen ihn, so versicherten sie uns wenigstens, dann wieder ins Wasser. So hatten sie doch, trotz anfänglicher Bedenken und Vertreibungswünschen uns gegenüber Glück, dass wir da waren.
Des Weiteren bemerkten wir bald darauf beim Abbau auch eine Angelschnur zwischen dem Knoten, der unsere Kothenstangen zusammenhielt. Wie ist die wohl dahin gekommen? – es bleibt ein Mysterium.
Da es am Morgen noch sehr feucht vom Tau war, leisteten wir uns noch eine Runde zu spielen, um die Zeit zu überbrücken, bis die Ponchos trocken waren.
Später sind wir dann losgefahren.

Kanu 1: Emma / Anton / Karla
Kanu 2: Clara / fion
Kanu 2: ruffy / Navayos

Wir haben in einem kleinen Dorf Wasser geholt und sind dann zu einem Rastplatz gefahren.
Dort haben wir warten müssen, bis der Supermarkt geöffnet hatte.
Anschließend spielten wir „Arschloch“, während ruffy eine Postkarte für seine Oma malte.
Nachdem wir dann eingekauft hatten, aßen wir noch genüßlich ein Eis; wegen all diesen Tätigkeiten verzögerte sich unsere Weiterfahrt und wir kamen dementsprechend spät am neuen Übernachtungsplatz an. Dort haben wir Chilli gegessen und erneut Karten gespielt.
Dann kamen noch zwei Camper*innen, die sich zu uns auf die wirklich schöne Wiese – wie sie mehrmals betonten – gesellten. Navayos und ruffy halfen ihnen noch die Kanus hochzuziehen; im Gegenzug durften wir am nächsten Tag Fotos von ihren Flusskarten machen, die deutlich detaillierter waren, als die, die wir immer am Ufer und den Rastplätzen vorfanden. 

Ca.14km
Flusskilometer: 49-63

Mittwoch, 08.09.2021

Nachdem wir uns von den zwei Leuten verabschiedet hatten, sind wir nach Limburg durchgefahren, um dort einzukaufen; außerdem malten wir während unseres Aufenthalts Postkarten für unsere Großeltern – um dem guten Beispiel ruffys zu folgen 🙂
Wir haben eine Kleinigkeit gegessen und wieder ein Paar Runden Karten gespielt.
Nach der anschließenden Weiterfahrt gestaltete es sich schwierig einen Schlafplatz zu finden und da die Schleuse – diese waren auf diesem Flussstück nicht mehr manuell bedienbar – bereits geschlossen hatte, waren wir gezwungen auf einem Campingplatz am Fluss zu übernachten; dies war allerdings auch gut, um das Klo zu konsultieren sowie mal wieder heiß duschen gehen zu können – alle Sanitärs waren sehr sauber.
Zum Essen gab es Käsenudeln und für Karla und Navayos Nudeln mit Tomatensoße.
Leider konnten wir aufgrund der Nachtruhe nicht mehr singen, weshalb wir früh ins Bett gingen.
Außerdem haben uns die Gruppenleiter „gechallenged“, indem sie uns die Aufgabe stellten innerhalb der drei verbleibenden Tage eines ihrer Halstücher zu klauen. Für jeden fehlgeschlagenen Versuch gibt es einen Tippen, falls es jedoch geschafft werde würden so lockte eine Box Gummibärchen als Belohnung.

Kanu 1: Clara / Emma / fion
Kanu 2: Anton / Karla
Kanu 3: Navayos / ruffy

Ca. 20 km
Flusskilometer: 63-83

Donnerstag, 09.09.2021

Morgens haben Karla und Anton das Frühstück vorbereitet, danach sind die Meisten duschen gegangen, um die Vorzüge des Campingplatzes zu nutzen.

Als wir Zähneputzen gingen wurden wir von Harry angesprochen; dieser hat uns gefragt, ob wir ein Wurfzelt aufbauen könnten. Nachdem wir sogar fähig waren es wieder zusammen zu bauen, durften wir es netterweise behalten.
In Diez waren wir dann erneut einkaufen und haben die selbstgemalten Postkarten abgeschickt; außerdem ging Navayos noch eine Stunde spazieren, um zum Gashändler unseres Vertrauens, dem „Propan Fischer“, zu laufen, da wir es für besser hielten ausreichend Gas dabei zu haben, da das mit dem Feuer machen seit unserem Erlebnis mit dem Rettungseinsatz nicht unbedingt unbeschwert war.
Nachdem wir weiter gefahren sind, sind wir schnell zu unserem neuen Schlafplatz gefahren.
In der Nähe war zwar ein Fischerclub, aber zum Glück ließen sie uns in Ruhe und wir konnten eine entspannte Nacht genießen, auf einer wirklich schönen, jedoch sehr hohen Wiese (hohes Gras). Zum Essen gab es Linseneintopf und wir gestalteten den Rest des Abends mit singen und gemütlichem beisammen sitzen.

Kanu 1: Clara / fion / Emma
Kanu 2: ruffy / Navayos
Kanu 3: Anton / Karla

Ca. 6 km
Flusskilometer: 88-94


Freitag, 10.09.2021

Heute Morgen konnten wir gemütlich losfahren, doch der Himmel war bereits ziemlich grau:
Als wir dann an einem kleinen Dörfchen namens Geilnau vorbeikamen haben wir uns am Dorfgemeidehaus untergestellt, nachdem es auch prompt zu gewittern begann.
Nach Stunden des Wartens wurde der Regen wenigstens weniger, sodass wir es wagten wieder weiterzufahren, was allerdings auch dem Umstand geschuldet war, dass wir noch eine Schleuse zu passieren hatten, die bekanntlicherweise um 18 Uhr schließen.
Bei einer sehr netten Frau durften wir außerdem kurz vor unserer Abfahrt aufs Klo gehen und sie recherchierte für uns dankenswerterweise die weitere Entwicklung der Wetterlage, anhand derer wir dann evaluieren konnten, ob es zu riskieren war weiterzufahren, trotz anhaltenden Gewittergeräuschen.
Es gestaltete sich des Weiteren schwer einen geeigneten Schlafplatz zu finden; Am Ende, nach dem Passieren der Schleuse und dem Verlust von Navayos‘ Tasse, landeten wir auf einem Gastangelplatz, wo wir allerdings zum Glück nicht gestört wurden – vermutlich war dies auch dem schlechten Wetter geschuldet.
Da es immer noch regnete machten wir uns schnell daran Tarp und Kothe aufzubauen, um wenigstens etwas trocken kochen zu können. Beim Boot festbinden geschah Navayos leider ein Malheur und er kenterte eines der, zum Glück bereits geleerten, Kanus, weshalb er nun komplett durchnässt war, was in der ungemütlichen Situation nicht von Vorteil war; es fanden sich jedoch noch trockenen Wechselklamotten und er trug keine Erkältung davon.
Zum Essen gab es Reis mit Scheiß und anschließend auch noch Chai; trotz der Nässe und Kälte war der Abend sehr schön und gemütlich.

Kanu1 : Clara / Emma / fion
Kanu 2: Anton / Karla
Kanu3: ruffy / Navayos

Ca. 5 km
Flusskilometer: 94-99

Samstag, 11.09.2021

Heute sind wir nach Hause gefahren. Zuerst mussten wir noch 2,5km mit den Kanus zurücklegen, um in Laurenburg an den Anleger zu gelangen

Kanu 1: Clara / Emma / fion
Kanu 2: Karla / Anton
Kanu 3: Navayos / ruffy

Nach einem Frühstück und einer kurzen Abschlussrunde am Anleger nahmen wir von dort aus den Zug. In Limburg mussten wir eine Stunde warten, bis wir in die Regionalbahn nach Gießen einsteigen konnten. Dort stiegen wir nach 40 Minuten Fahrzeit in den ICE nach Heidelberg um. Am Bahnhof trafen wir dann auf Navayos und Schmiro, die den Transport des Gepäcks und der Boote übernommen hatten. Nach einem Abschlussfoto am Bahnhof und kurzem Umpacken traten wir dann alle den Heimweg an.


Meißner Lager 2013

Überbündisches Treffen (ÜT) 2017

Großfahrt Kataramane Schweden

Winterfahrt Kataramane